Eine Reise zu den Wurzeln unseres Ordens, eine intensive Auseinandersetzung mit unseren Werten und Zeit für Gemeinschaft: In der Normandie setzte sich das Team des Berufskollegs Canisiusstift mit den Ursprüngen unseres Trägers, der Schwestern Maria Magdalena Postel (SMMP), und der Bedeutung seiner Leitgedanken für unsere heutige Schulgemeinschaft auseinander.
Die Wurzeln unseres Ordens liegen in der Normandie im Norden Frankreichs. Hier wurde unsere Ordensgründerin Maria Magdalena Postel geboren, deren Leben und Wirken die Arbeit der Schwestern bis heute prägen. Als Ordensschule ist es uns ein besonderes Anliegen, diese Wurzeln lebendig zu halten und die Werte unseres Trägers in unserem pädagogischen Alltag erlebbar zu machen.
Unsere Reise führte uns an zahlreiche Orte, die eng mit dem Leben und Wirken von Maria Magdalena Postel verbunden sind. In Barfleur, ihrem Geburtsort, besuchten wir unter anderem ihr ehemaliges Wohnhaus, die Chapelle Sainte-Marie-Madeleine sowie die Pfarrkirche Église Saint-Nicolas. Bei Führungen mit Sr. Adelgundis und Sr. Theresia erhielten wir eindrucksvolle Einblicke in das Leben unserer Ordensgründerin. Besonders bewegend war die Auseinandersetzung mit ihrem mutigen Handeln während der Französischen Revolution. Trotz schwieriger Bedingungen setzte sie sich für Bildung ein, unterrichtete Kinder und junge Mädchen, insbesondere aus armen Verhältnissen, und unterstützte Menschen, die Schutz und Hilfe benötigten.
Ein weiterer zentraler Ort unserer Reise war die Abtei Saint-Sauveur-le-Vicomte, in der wir während unseres Aufenthalts untergebracht waren. Bei Führungen durch die Abtei und die beeindruckende Abteikirche erfuhren wir mehr über die Geschichte des Klosters und die Entwicklung der Ordensgemeinschaft. Die Möglichkeit, mehrere Tage an diesem geschichtsträchtigen Ort zu verbringen, machte die Auseinandersetzung mit unseren Ursprüngen besonders intensiv. Mit einem Gastgeschenk bedankten wir uns bei den Schwestern für die herzliche Aufnahme und die vielfältigen Einblicke.
Doch die Reise sollte nicht allein der Vergangenheit gewidmet sein. In verschiedenen Workshops beschäftigten wir uns mit der Frage, wie sich die Leitgedanken unseres Ordens in unsere heutige Schulgemeinschaft übertragen lassen. Gemeinsam reflektierten wir unsere pädagogische Arbeit, diskutierten über Werte wie Respekt, Wertschätzung, Solidarität und Verantwortung und entwickelten Ideen, wie diese im Schulalltag sichtbar werden können. Als Berufskolleg mit den Schwerpunkten Gesundheit und Soziales sehen wir darin einen wichtigen Auftrag: Die Werte unseres Trägers sollen nicht nur Teil unserer Geschichte sein, sondern unser tägliches Handeln und das Miteinander an unserer Schule prägen. Ein Blick auf die weltweite Tätigkeit der Ordensgemeinschaft verdeutlichte zudem, wie sich die ursprünglichen Ideen über die Grenzen Frankreichs hinaus verbreitet haben und bis heute Menschen miteinander verbinden.
Neben der Ordensgeschichte beschäftigten wir uns auch mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs und der Landung der Alliierten in der Normandie. Am Normandy American Cemetery bei Omaha Beach gedachten wir der Tausenden amerikanischen Soldaten, die im Krieg ihr Leben verloren. Bei einer Führung am Omaha Beach erhielten wir weitere Einblicke in die Ereignisse des D-Day und die Kämpfe in der Normandie. Den Abschluss bildete der Besuch des Mémorial de Caen, das sich mit dem Zweiten Weltkrieg und der europäischen Nachkriegsgeschichte auseinandersetzt. Die historischen Orte und Ausstellungen führten uns eindrücklich vor Augen, wie wichtig es ist, Erinnerung zu bewahren, Geschichte zu verstehen und Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen. Frieden, Freiheit und Solidarität sind Werte, die auch unser schulisches Handeln leiten.
Neben den inhaltlichen Impulsen bot die gemeinsame Woche viele Gelegenheiten für persönliche Gespräche, Austausch und gesellige Momente. Die Erlebnisse stärkten nicht nur unser Verständnis für die Geschichte und die Werte unseres Trägers, sondern auch unseren Zusammenhalt als Team.
Wir kehren mit vielfältigen Eindrücken, neuen Perspektiven und konkreten Denkanstößen zurück. Die Reise hat uns darin bestärkt, die Wurzeln unseres Ordens als lebendigen Bestandteil unserer Schulkultur zu verstehen und seine Leitgedanken zeitgemäß weiterzuentwickeln.
















